Wie viel Europa tut Deutschland gut?

 

Zu diesem Motto sind einige NPD-ler der CDU-Einladung am 27.09.2012 in Uetersen gefolgt und warteten gespannt auf die Ausführungen des CDU-EU-Abg. Reimer Böge. Nach kurzer Begrüßung stellte der Europaabgeordnete die These auf, daß die Frage genauso gut sein könne: Wie viel Deutschland Europa gut tun würde? Das war schon ein grober Ausrutscher für einen Repräsentanten Deutschlands in der EU, denn ohne Deutschland und die deutschen Zahlungen würde es überhaupt keine EU geben. Danach wurden die anwesenden Besucher durch streckenweise zusammenhangslose Ausführungen ca. 40 Minuten lang etwas gelangweilt. Die Beweihräucherung sollte die EU in einem positiven Licht darstellen. Hilfen der EU für die BRD, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit usw. Doch endlich konnten die Besucher sich melden und so stellten u.a. die NPD-ler einige Fragen, die den Referenten offensichtlich irritierten so, daß er wissen wollte, wer man sei und woher man komme?

 

Gefragt wurde u.a.:

 

  Wieso der Mittelstand vernachlässigt werde und jährlich tausende von Insolvenzen in der BRD zu verzeichnen seien?

     (Dazu gab es keine befriedigende  Antwort)


  Wieso die EU das Bekenntnis zum Christentum nicht berücksichtigt habe und warum die CDU es hat soweit kommen lassen?

      (Das, so Böge, liege am damaligen Widerstand der Franzosen und die BRD-Vertreter  wollten den EU-Grundlagenvertrag doch nicht unnötig gefährden!) So viel zum Glauben!


-    Ob die von der BRD an andere EU-Länder gewährten Kredite verzinst würden? (Hierzu gab es keine richtige Antwort)


-    Ob die BRD noch weitere, finanzielle Hilfen für Euro-Pleitestaaten zu leisten hat und wieso die Deutschen sich mit den Griechen solidarisch zu verhalten habe, wo doch die griechische Regierung unter Beratung von Goldmann Sachs die eigenen Bilanzen gefälscht hat, um in den Euro-Raum aufgenommen zu werden und danach ihre wertlosen Staatsanleihen in ganz Europa streuten.

(Dazu wurden einige Ausführungen geleistet und zwar dergestalt, daß die Griechen am drittmeisten unter der Besatzung der Deutschen im 2.Weltkrieg gelitten hätten, was auch zu Widerspruch durch eigene CDU-ler führte. Der NPD-Landesvorsitzende Stawitz wollte denn wissen, wie es ein einiges, solidarische Europa geben können, wenn 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg die Griechen erneut Reparationsforderungen an die BRD stellen und die deutsche Kanzlerin in griechischen Medien als NS-Führerin dargestellt wird.

Herr Böge wich hier aus und meinte, bei Europa würde es sich um ein großes Schiff handeln. Ein Anwesender warf hinein: Auch die Titanic war ein großes Schiff und ist untergegangen.

 

So wurde es unruhig im Raum und der EU-Abg. konnte seine Ausführungen nur deshalb zu Ende bringen, da sich alle Teilnehmer ruhig und diszipliniert verhielten.

Weitere Fragen zur Sicherheit der Renten und zum ESM folgten. Am Ende entstand bei vielen das Gefühl, daß Leute wie Böge herum geschickt werden, um die gekippte Stimmung zum gesamten EU/Euro-Komplex wieder ins Lot zu rücken. Das ist ihm wohl nicht gelungen. Zum Abschluß verteilte ein NPD-Mitglied Null-Euro-Scheine im Raum, auf deren Rückseite eine NPD-Stellungnahme zum ESM abgedruckt war.

Wenn einige CDU-Mitglieder durch den Auftritt der NPD-ler zum Nachdenken und zum Hinterfragen gebracht wurden, ist das schon ein Erfolg

 

 

 

 

Uetersen den 27.09.2012

 


 
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